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Acting
1892-01-17
Vienna, Austria-Hungary (now Austria)
Marguerita Maria „Mady“ Christians (19. Januar 1892 – 28. Oktober 1951) war eine österreichische Schauspielerin und eingebürgerte US-Amerikanerin, die in den Vereinigten Staaten eine erfolgreiche Karriere in Theater und Film feierte, bis sie während der McCarthy-Ära auf die Schwarze Liste geriet. Sie wurde am 19. Januar 1892 als Tochter des bekannten deutschen Schauspielers Rudolph Christians und seiner Frau Bertha geboren. Ihre Familie zog nach Berlin, als sie ein Jahr alt war, und 1912 nach New York City, wo ihr Vater die Leitung des Irving Place Theatre übernahm. Fünf Jahre später kehrte sie nach Europa zurück, um bei Max Reinhardt zu studieren. Sie wirkte in mehreren europäischen Filmen vor den frühen 1930er-Jahren mit. 1929 spielte sie die Hauptrolle in dem ersten deutschen Tonfilm „It’s You I Have Loved“. 1933 tourte sie mit dem Stück „Marching By“ durch die Vereinigten Staaten und erhielt im darauffolgenden Jahr einen Broadway-Vertrag, der es ihr – wie vielen anderen deutschen Künstlern – ermöglichte, vor dem NS-Regime in den USA Zuflucht zu suchen. Am Broadway spielte Christians Königin Gertrude in „Hamlet“ und Lady Percy in „Heinrich IV., Teil 1“, inszeniert von Regisseurin Margaret Webster. Webster gehörte zu einer kleinen, aber einflussreichen Gruppe lesbischer Produzentinnen, Regisseurinnen und Schauspielerinnen am Theater (zu der auch Eva Le Gallienne und Cheryl Crawford zählten). Webster und Christians wurden enge Freundinnen; laut Websters Biografin Milly S. Barranger waren sie wahrscheinlich auch ein Liebespaar. Sie spielte außerdem die Hauptrolle in Lillian Hellmans „Watch on the Rhine“. 1944 kreierte sie die Titelrolle in dem Stück „I Remember Mama“. Ihre letzten Filmrollen hatte sie in „Alle meine Söhne“, basierend auf dem Theaterstück von Arthur Miller, und in „Brief einer Unbekannten“, beide erschienen 1948. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Christians politisch für Flüchtlinge, die Rechte von Arbeitern (insbesondere im Theater- und Filmbereich) und die russische Kriegshilfe. Dieses politische Engagement brachte sie ins Visier des FBI und anderer antikommunistischer Institutionen und Organisationen. Zusätzlich zu ihrer politischen Arbeit kritisierte Christians Anfang 1941 öffentlich den Ausschuss für unamerikanische Umtriebe des Repräsentantenhauses und verglich die Untersuchung des Unterausschusses für Innere Sicherheit des Senats zu Propaganda im US-Film mit der Verfolgung von Film- und Radioschaffenden durch die Nazis in den 1930er Jahren. 1950 begann die Abteilung für Innere Sicherheit des FBI, gegen Christians zu ermitteln, die von einem Informanten als „versteckte Kommunistin“ bezeichnet worden war. Als Christians’ Name in „Red Channels“, der sogenannten Bibel der Rundfunk-Schwarzen Liste, auftauchte, war ihre Karriere praktisch beendet.